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[Rezension] Christie Golden - Schülerin der dunklen Seite

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Rückentext: Im Krieg zwischen den Armeen der dunklen Seite der Macht und der Republik um die Kontrolle der Galaxie wird die Taktik des Sith Lords Count Dooku immer brutaler. Trotz der Macht der Jedi und ihrer militärischen Fähigkeiten wächst die Zahl seiner Opfer stetig an. Um ihn endlich zu stoppen, wenden sich die Jedi hilfesuchend an seine ehemalige Schülerin und Kopfgeldjägerin Asajj Ventress, die ihn gemeinsam mit Quinland Voss ins Visier nehmen soll. Asajjs Wunsch nach Rache an ihrem einstigen Meister ist groß, doch selbst für erfahrene Jäger ist Dooku eine gefährliche Beute …
Meine Meinung: Dieses Buch gehört zum offiziellen Star Wars-Kanon von Disney und bietet allen Leserin einen tieferen Einblick in das Verhältnis Jedi-Sith, ausserdem lernen wir eine weitere Gruppierung kennen: die Nachtschwestern.
Was dieses Buch aber überraschenderweise ist: eine Liebesgeschichte.
Eine Liebesgeschichte, die mir tatsächlich gefallen hat. Wahrscheinlich braucht es bei mir Laserschwerter, Raum…

[Comic] Sarah Barczyk - Nenn mich Kai

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Rückentext:
Andrea ist transsexuell - so ein Satz ist leicht gesagt. Aber was bedeutet das eigentlich? In "Nenn mich Kai" geht es um innere Grenzen, um die Frage nach der eigenen, nach individueller Geschlechtsidentität. Da wird ein weites Feld aufgespannt, wenn es nicht mehr heisst: Ich bin ein Mann. Oder: Ich bin eine Frau. Wenn die Dinge komplizierter werden. Sarah Barczyk lotet aus, wie es ist, als Mann in einem Frauenkörper zu stecken. Lebendige Dialoge ziehen durch die Handlung und lassen den Leser nahe dran sein, wenn Andrea ihre Angst überwindet und sich outet.
Meine Meinung: Diese Graphic Novel nimmt sich eines Themas an, das in letzter Zeit immer öfter diskutiert wird, oftmals auch sehr polemisch. Für einen Aussenstehenden mag das Thema der Transsexualität schwer nachvollziehbar sein, oft werden Betroffene nicht ernst genommen und werden verspottet.

Illustratorin Sarah Barczyk liefert mit „Nenn mich Kai“ einen Comic, der ohne grosses Drama erzählt, wie es Andrea geht…

[Kurzgebrabbel] H.P. Lovecraft - Die besten Geschichten

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Wer das Grauen sucht, liest Lovecraft.

Wie kein anderer versteht es Howard Phillips Lovecraft unsere Urängste zu wecken und die simpelsten Dinge in etwas absolut Furchtbares zu verwandeln. Denn Lovecraft weiss, was uns am meisten ängstigt: das Unbekannte. Die Schatten in den Augenwinkeln. Alles, was wir nicht greifen können.

Lovecraft ist der König und der Meister des Horrors, vor dem ich nur zu gerne freiwillig niederknie. Diese Geschichten kann man an einem sonnigen Nachmittag lesen und trotzdem wird man das Gefühl einer drohenden Gefahr nicht mehr los. Lovecraft nachts bei Regen - ein unglaublich intensives Erlebnis.

Spannend wird es, wenn man bereits einige Texte Lovecrafts gelesen hat und zu begreifen beginnt, dass sie oftmals übergreifend funktionieren. So taucht zum Beispiel immer wieder das berühmte Necronomicon auf. Aber auch andere Themen und Figuren trifft man immer wieder an. Selbstverständlich gehört auch Cuthulu dazu.

Natürlich haben mir nich alle Geschichten der Sammlung g…

[Rezension] Galsan Tschinag - Tau und Gras

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Rückentext:
Galsan Tschinag erzählt hier die Geschichten, die der Stoff seiner Kindheit sind und die sich in seine Erinnerung eingegraben haben. Geschichten von seiner weitverzweigten Familie, von Festen, Heimsuchungen, Krieg und Liebe. Geträumte Wirklichkeit und als Realität erlebte Märchen verbinden sich und münden in einen Gesang an den Altai.

Meine Meinung:
33 kurze Geschichten und Episoden aus seinem Leben gibt Galsang Tschinag hier zum Besten. Es sind eindrückliche und unvergessliche Erlebnisse, die uns mitnehmen in die Mongolei der 50er-Jahre, mitten hinein ins Nomadenleben.

Es sind zum Teil sehr persönliche Eindrücke, die der Autor hier mit uns teilt. Diejenige, die mir im Kopf bleiben wird, ist jene, in der der kleine Galsang das Salz seiner Mutter in der Steppe verteilt, da er so sehr unter dem Tod seiner Grossmutter leidet. Das Verhalten des Kindes ist für uns süss, nimmt es doch eine Redensart zu wörtlich, gleichzeitig ist es herzzerreissend, wie der kindliche Schmerz gesc…

[Rezension] Jakob Arjouni - Cherryman jagt Mister White

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Rückentext: Achtzehn Jahre, Ostdeutscher, arbeitslos, Nazimitläufer – der Stoff, aus dem ein deutscher Held ist? Wie viel Gewalt erlaubt die Notwehr? Und wie schmutzig darf man sich die Hände machen beim Griff nach dem Glück? 
Meine Meinung: Die Bücher von Jakob Arjouni sind gewollt unangenehm. Das genau mag ich an ihm, dennoch musste ich leer schlucken, als bereits auf den ersten Seiten von „Cherryman jagt Mister White“ eine Katze getötet wird. Ich bin wohl etwas aus der Arjouni-Übung.

Danach war ich wieder mittendrin und wieder einmal zeigte mir Arjouni, weshalb ich seine Bücher mag. Denn auch in diesem kurzen Weg stellt der Autor unsere Ansicht von Gut und Böse auf den Kopf. In diesen Bücher gelangen wir nicht eine mystische Fantasy-Welt, sondern landen knallhart auf dem Beton der Realität.

Hätten wir von Ricks Fall aus den Medien gehört, wäre für uns die Sache einfach: Nazi will jüdischen Kindergarten in die Luft jagen. Dafür war die Sache ganz anders. Rick schildert in seinen Beri…

[Abgebrochen] Umberto Eco - Der Friedhof in Prag

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Dieses Jahr ist das Jahr der enttäuschenden Lieblingsautoren. Nun also auch Umberto Eco. Dabei war dieses Buch als Ferienlektüre in Prag gedacht - ich meine, welches meiner Bücher hätte besser gepasst?
Anfangs war ich noch neugierig, auch die Hauptfigur fand ich interessant. Grundsätzlich finde ich ja unsympathische Helden interessant. Die Sprache war für einen Eco sehr einfach gehalten, fast schon zu einfach. Als wolle Eco sich an die breite Masse wenden.
Doch mehr und mehr enervierte ich mich über den Inhalt des Buches. Waren die Vorurteile und der Antisemitismus anfangs noch ziemlich unterhaltsam, so war es doch nach Seite 200 nur noch lästig. Was man hier an Antisemitismus und Schmähreden geliefert bekommt, ist unglaublich. Jeder andere Autor hätte sich sowas niemals leisten dürfen, auch nicht unter dem Argument, dass dies die Ansichten seiner Figur seien und nicht zwingend die des Schreibenden.
Ich fand an keiner Stelle den richtigen Zugang zu diesem Werk. Nur die Szene, in der …

[Rezension] Abdalrachman Munif - Salzstädte

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Rückentext: Wadi al-Ujun, das Tal der Wasserquellen. Nur der Regen, die Karawanen und das Gebet bestimmen den Rhythmus der Oase. Doch eines Tages dringen Amerikaner in die Idylle ein, um verborgene Erdölfelder zu erschließen, und die Dorfbewohner erkennen bald, dass ihr Leben nie mehr dasselbe sein wird.
Meine Meinung: Salzstädte sind Orte, an denen man nicht dauerhaft leben kann und in diesem Sinne erzählt Abdalrachman Munif vom Einfall der Amerikaner in ein bis dato ruhiges Dorf. Der Grund dafür: Öl. Mit dem Versprechen, dass alle Bewohner reich werden würden, werden die Familien entwurzelt, umgesiedelt und die Männer als Arbeitskräfte in Lager gebracht.
Dieses Buch ist der erste Band einer fünfteiligen Saga der arabischen Geschichte und zeigt kritisch auf, was die Ölförderung für Opfer brauchte. Dieser unverstellte Blick auf Geschehenes sorgte dafür, dass dem Autor seine saudi-arabische Staatsbürgerschaft entzogen wurde. Munif ist unangenehm, denn er weiss auch, wovon er berichtet, …